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11 · Risiken und technische Schulden

Die Zielarchitektur weist ausdrücklich darauf hin, dass einige Elemente noch im Aufbau sind. Dieses Kapitel benennt die daraus resultierenden Risiken und die bekannten technischen Schulden sachlich – ohne Bagatellisierung, aber auch ohne Dramatisierung.

Offene Baustellen (Ziel vs. aktueller Stand)

Thema Aktueller Stand Risiko
ODW-Frontend (open-data-web) Im Aufbau; Datennutzer greifen derzeit noch auf das ältere CKAN-Frontend zurück Nutzer-seitige Erfahrung bleibt hinter der Zielarchitektur zurück; Parallelentwicklung erhöht den Abstimmungsaufwand
API-Gateway (Traefik) Noch nicht vollständig deployed; NGINX Ingress übernimmt aktuell die Routing-Aufgaben API-Management-Features (Rate-Limiting, zentrales Auth-Routing) fehlen; externe APIs sind ohne Throttling-Schutz
Daten-Governance (Apache Ranger) Noch in der Entwicklung; die geplante Kontrolle darüber, welcher Client welchen Datensatz veröffentlichen darf, liegt noch nicht vor der Staging-API Feinere Mandantensteuerung ist noch nicht durchsetzbar; Rechte werden aktuell nur über Keycloak-Claims gesteuert
Visualization-Stack Grundfunktion (Vega-Lite-Diagramme als Iframes) ist implementiert; tiefere Datenkatalog-Integration noch in Arbeit Eingeschränkte Visualisierungsmöglichkeiten gegenüber dem Zielzustand

Technische Schulden

Testabdeckung variiert. Die Testtiefe ist zwischen den Diensten ungleichmäßig: Das odi-staging-backend und das odi-frictionless-backend haben automatisierte Tests; andere Dienste sind weniger umfassend abgedeckt. Das System-Test-Repository odi-testing und die FitNesse-Tests in odi-fitnesse-systemtests decken Kernprozesse end-to-end ab, aber nicht alle Edge Cases.

Docker-Compose vs. Kubernetes-Manifeste. Die lokale Entwicklungsumgebung (odi-docker-compose-deployment) muss manuell mit den Kubernetes-Manifesten synchron gehalten werden. Konfigurationsabweichungen (Umgebungsvariablen, Service-Namen) können dazu führen, dass Fehler lokal nicht reproduzierbar sind.

Direkte CKAN-Abhängigkeiten an einzelnen Stellen. Die Kapselung des Datenkatalogs über den odi-ckan-service ist das Ziel; an wenigen Stellen existieren noch direkte CKAN-Aufrufe außerhalb dieser Fassade (z. B. im CKAN-Harvester). Das erhöht den Migrationsaufwand, wenn die Katalog-Technologie gewechselt wird.

Redis-Caching im Schema-Repository. Das Schema-Repository (odi-schema-backend) nutzt Redis als Cache für Frictionless-Schemas. Bei Cache-Invalidierungen oder Redis-Ausfällen muss der Cache vollständig geleert werden; eine granulare Invalidierung einzelner Schemas ist noch nicht implementiert.

Umgang mit den Risiken

Die genannten Punkte sind dem Team bekannt und im Entwicklungsplan berücksichtigt. Die Fassaden-Architektur (ADR-1) und die capability-basierten Microservices (ADR-2) sind bewusst so gewählt, dass die noch offenen Themen ergänzt werden können, ohne das Gesamtsystem umzubauen. Der Einsatz von Stage als 1:1-Spiegel der Produktion sorgt dafür, dass neue Bausteine in realistischer Umgebung getestet werden, bevor sie produktiv gehen.